Vicky Marta Raimann macht eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten

Interview mit einem Brandmeisteranwärter

Brandmeister

Foto von Michelle  Gehauf

Hallo Sebastian, stell dich doch bitte unseren Leserinnen und Lesern kurz vor.

Hallo mein Name ist Sebastian Dietzel, ich bin 26 Jahre alt, komme aus dem Raum Naumburg und im April 2016 begann meine Ausbildung zum Brandmeisteranwärter bei der Berufsfeuerwehr Halle (Saale).

Wieso hast du dich für die Ausbildung zum Brandmeisteranwärter entschieden?

Ich habe diese Ausbildung gewählt, weil ich mein Hobby zum Beruf machen wollte. Ehrenamtlich bin ich bei der Freiwilligen Feuerwehr und dem Fachdienst Sanität Naumburg (DRK) als Gruppenführer und Ausbilder tätig. Weiterhin sind der Beruf und die Ausbildung sehr abwechslungsreich, man bildet sich stets weiter, hat eine Vielfalt an Aufgaben und es ist sehr befriedigend anderen zu helfen.

Was gehört zu deinen Aufgaben als Brandmeisteranwärter?

Der Vorbereitungsdienst für den Beruf ist unsere Hauptaufgabe. Dazu kommt, dass wir theoretisches Wissen erlangen und die praktischen Fähigkeiten erlernen. Wir sammeln viel Erfahrung und festigen die Fähigkeiten. Aber man lernt nie aus und die Feuerwehr entwickelt sich stetig weiter.

Was sind deine Lieblingstätigkeiten?

Man lernt ständig etwas Neues aus allen Bereichen des Lebens. Die Feuerwehr und der Rettungsdienst machen mir gleichermaßen Spaß und ich bin froh, mich nicht zwischen einem entscheiden zu müssen. Ich finde es auch sehr interessant zu erleben, wie Erlerntes und Vorbereitungen im Ernstfall genutzt werden um ein optimales Ergebnis zu erzielen .

Was war bisher dein aufregendster Arbeitstag?

Bei diesem Job ist wirklich jeder Tag anders. Man weiß nie, was einen erwartet. Doch am Aufregendsten sind Einsätze mit großen Herausforderungen.

Könntest du dir vorstellen eine Führungskraft zu sein?

Ja, dies bringt neue Herausforderungen und hat hohe Anforderungen. So ist man auch ein Teil der Struktur und kann etwas bewirken und die Feuerwehr mit weiterentwickeln.

Wie verkraftest du den Schichtdienst?

Ich sage immer, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Es ist anspruchsvoll, in jeder Situation sofort von 0 auf 100 zu kommen, besonders in der Nacht beim Ruhen. Zwar „verliert“ man einen kompletten Tag aber durch die zusammenhängende Arbeitszeit „gewinnt“ man auch viel zusammenhängende Freizeit. Unter der Woche hat man viel Zeit für Erledigungen. Für mich ist der 24-Stunden-Dienst wesentlich besser als ein 8-Stunden-Dienst.

Wie läuft ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag ab?

Zu Beginn treten wir zum Schichtwechsel bzw. zu der Wachübergabe an. Danach erfolgt die Übernahme und Überprüfung der Fahrzeuge und Geräte. Darauf folgt eine Besprechung über die Einteilung der Tagesdienstaufgaben und wirtschaftliches Arbeiten. Wenn dies vollbracht ist, beginnen wir mit unserer Ausbildung. Dazwischen gibt es Pausen und parallel zu Allem läuft auch der Rettungsdienst. Ab 18:30 Uhr beginnt der Bereitschaftsdienst. Und wenn ein Einsatz ansteht, wird alles sofort unterbrochen.

Wie viele Brandmeisteranwärter sind immer zu einer Schicht im Dienst?

Die Feuerwehr besteht aus drei Wachabteilungen/Wache und der Verwaltung, einer Leitstelle, dem vorbeugenden Brandschutz und vielen mehr. Je Wachabteilung sind es insgesamt ca. 35 Kollegen. Davon sind mindestens 21 im Dienst. Die Hälfte von ihnen sind Brandmeister und dazu kommen noch die Brandmeisteranwärter.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Die Ausbildung zum Brandmeisteranwärter ist nur auf dem 2. Bildungsweg möglich. Man benötigt einen „der Feuerwehr zuträglichen Beruf“, i.d.R. ist das ein technischer oder handwerklicher Beruf. Die erste Auswahl wird mit dem Bewerbungsschreiben getroffen. Darauf folgt ein schriftlicher Test. Dann kommt es zu einem Sport- und Schwimmtest. In einem Gruppen- und Einzelgespräch werden psychologische Tests durchgeführt. Es finden darauf arbeitsmedizinische Untersuchung statt und eine amtsärztliche Untersuchung. Und zum Ende erfolgt ein Abschlussgespräch.

Und zu guter Letzt wie ist das Arbeitsklima?

Es ist sehr kollegial, teilweise sogar freundschaftlich und man verbringt sehr viel Zeit mit den Kollegen. Das Wichtigste ist, dass man sich auf die Anderen verlassen kann. Teamfähigkeit und Hilfsbereitschaft sind in diesem Beruf ein Muss!

Ich danke dir für deine Zeit und das Interview.

Gerne ich hoffe es war für die Leser und Leserinnen hilfreich und dass ich ihn einen kleinen Einblick verschaffen konnte.